Auf dem Balkon grillen – Die Rechtsgrundlage.

Diese Frage hört man immer wieder. Der Grund dafür ist schnell gefunden. Denn die Gesetzeslage gibt es nicht eindeutig her. Wir befinden uns hier in einer Grauzone, die verschiedene unterschiedliche Gerichtsurteile auch noch befeuern. Bei einem Rechtsstreit muss deshalb individuell entschieden werden. Ich gebe heute auf meiner Seite Gasgrill Test einen Überblick über die aktuellen Urteile.

 

Das Grillen auf dem Balkon eines Mehrfamilienhauses generell unzulässig. AG Hamburg, 40 C 229/72

 

Für Mieter, die sich hier absichern wollen, sollte der erste Blick deshalb in den Mietvertrag gehen. Denn dort wird festgehalten, ob gegrillt werden darf oder nicht. An den Vertrag, den man selber unterzeichnet hat, gilt es dann sich zu halten. Ist das Grillen auf dem Balkon verboten, muss man auf diesen Spaß verzichten und notfalls in eine Grill- bzw. Grünzone außerhalb der Wohnung ausweichen. Ist es ausdrücklich erlaubt, hat man das Recht auf seiner Seite, sollte aber trotzdem Rücksicht auf seine Nachbarn nehmen.

 

Ein mietvertragliches Verbot des Grillens auf dem Balkon ist rechtmäßig. LG Essen, 10 S 438/01

 

Auf dem Balkon grillen - Was aber, wenn zu dem Thema nichts im Mietvertrag steht?

Dann wird es kniffelig. Denn hier gibt es eine Grauzone, die nicht eindeutig festgelegt werden kann. Saisonales Grillen kann deshalb durchaus zulässig sein. Ebenso ein gelegentliches Grillen. Nur sind die Spannen dabei so groß und wackelig, dass sich nur schwer feste Regeln festlegen lassen können.

 

Das Grillen ist in der Zeit von April bis September ein Mal im Monat auf dem Balkon zulässig, wenn die benachbarten Mitmieter 48 Stunden vorher darüber informiert werden. AG Bonn, 6 C 545/96

 

Klar ist, dass die Rücksicht auf die Nachbarn die oberste Priorität genießen sollte. Denn erst, wenn sich ein Nachbar über den Qualm und den Geruch beschwert, kann es zu Auseinandersetzungen kommen. Was ist also zumutbar? Tägliche Grillorgien mit einer extremen Rauchentwicklung gepaart mit lauten Gegröle sind hier sicherlich nicht tragbar und dürften schnell Konsequenzen nach sich ziehen.

 

Grillen auf dem Balkon ist von den Nachbarn bis zu fünfmal im Jahr hinzunehmen. BayObLG, 2 Z BR 6/99

 

Dabei sind Mieter, die gern auf dem Balkon grillen auf die Toleranz der Nachbarn angewiesen. Tolerieren sie das heimische Vergnügen oder bereiten selber gerne Speisen über Kohle zu, dürfte es keine Diskussionen geben. Ein friedliches Miteinander toleriert selbst rechtliche Unklarheiten. Wer über die Stränge schlägt, muss sogar mit drastischen Maßnahmen rechnen.

 

Ein wiederholter Verstoß gegen das Grillverbot trotz Abmahnung berechtigt den Vermieter unter Umständen zur fristlosen Kündigung. LG Essen, 10 S 438/01

 

Auf dem Balkon GrillenWer also grillen möchte und sich unsicher ist, der sollte sich erst seinen Mietvertrag sowie gegebenenfalls die Hausordnung anschauen. Steht doch nichts geschrieben, kommt es auf die Nachbarn an. Ist das Verhältnis gut, sollte es sicher keine Probleme geben. Befindet man sich ohnehin regelmäßig im Clinch, sollte man vom Grillen auf dem Balkon lieber Abstand nehmen. Ansonsten heißt es miteinander reden und die Nachbarn ansonsten auf ruhig mal auf eine Wurst oder ein Stück Fleisch auf den Balkon einladen.

Sollte also grillen auf dem Balkon erlaubt sein, gibt es die passenden Grills in unserem Gasgrill Test.

 

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